SPD-Landtagskandidatin Annegret Lang im Gespräch mit Bernd Romer„Wir wollen unterrichten“

Bernd Romer, Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Zollernalbkreis und Fachoberlehrer an einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) war bei SPD-Landtagskandidatin Annegret Lang zu Gast. Auf ihrer Terrasse haben sie zwei Themen besprochen: Die Öffnung der Sonderschulen (SBBZ) für den Präsenzunterricht und die Kita-Misere.

Bernd Romer schickte vorweg: „Wir sind Lehrkräfte und wir wollen unterrichten, aber der Gesundheitsschutz für Schüler*innen und Lehrer*innen muss gegeben sein.“ Für die Schüler bestehe keine Präsenzpflicht. Die Eltern könnten selbst entscheiden, ob sie ihr Kind in die Schule schicken, so Romer. Trotz der Erhöhung der Kinderkrankeitstage für die Eltern, seien dieser Wahlfreiheit dennoch Grenzen gesetzt. Sodass auch sehr anfällige Schüler*innen in die Schule kommen würden.

Die AHA-Regeln seien bei den meisten Schüler*innen nicht umsetzbar. Deshalb habe die GEW die Priorisierung der Schüler*innen und Lehrkräfte bei der Coronaimpfung gefordert. Am 29. Januar gab das Kultusministerium bekannt, dass einem Wunsch nachgekommen werde und das Personal der SBBZ in die Gruppe mit hoher Priorität aufgenommen werde. Diese Entscheidung begrüßte Bernd Romer, gab aber auch zu bedenken: „Die Gefährdung der vulnerablen Schüler besteht nach wie vor. Ich fordere bis zur Umsetzung der Impfung eine Notbetreuung mit klaren Regeln und ein Impfangebot auch für die Schüler.“

Die GEW setzt sich auch für die Erzieher*innen in den Kitas ein. Bernd Romer war genervt über ständige Meldungen zum Thema Kitaöffnungen: „Eigentlich sind ja alle mehr oder weniger geöffnet. Die Notbetreuung findet allgemein statt. Die Bedingungen aber sind unterschiedlich und tragen noch zur allgemeinen Verwirrung bei.“

Auch für die Kinder in den Kitas sei es schwierig, die AHA-Regeln einzuhalten, so Romer. Deshalb sei das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für die Erzieher*innen unbedingt zu empfehlen. Ebenso sei der Einsatz von Luftreinigungsgeräten für den Arbeitsschutz dringend erforderlich. Die Berufsgruppe der Erzieher*innen liege an der Spitze bei der Infektionshäufigkeit.

„Ein aufmerksamer Beobachter der Meldungen rund um die Öffnung der Kitas und Schulen muss erkennen, dass es sich hier um Konkurrenzgerangel zwischen Kultusministerin Susanne Eisenmann und Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann handelt. Das nervt alle und führt dazu, dass sich Erzieher*innen gegenseitig angreifen, wie man jüngst in der Presse verfolgen konnte“, interpretiert Annegret Lang das Verhalten der Landesregierung. „Das Angebot des SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch, mit der GEW, dem Landeselternbeirat und dem Ministerpräsidenten Kretschmann gemeinsam an einem Runden Tisch Lösungen zu erarbeiten, macht Hoffnung auf das Ende dieses Trauerspiels, das Eltern, Erzieher*innen und die Kinder kirre macht“, so Lang abschließend.