SPD-Ortsverein Balingen wählt neuen VorstandJoke Herth ist neuer Vorsitzender

In den kommenden zwei Jahren wird Jochen Herth den Balinger Genossinnen und Genossen im SPD-Ortsverein vorstehen. Mit großer Mehrheit wurde er am vergangenen Freitagabend im alten Landratsamt zum Vorsitzenden des größten SPD-Ortvereins im Zollernalbkreis gewählt. Er folgt auf Alexander Maute. Ihm zur Seite steht künftig als Stellvertreter der 30jährige Nils Horst, der das Amt von Bernd Majer übernimmt.

Seinen Rechenschaftsbericht zur Jahreshauptversammlung begann der scheidende Ortsvereinsvorsitzende Alexander Maute mit der Abschlussveranstaltung des Jubiläums der SPD Balingen. 2015 feierte der Ortsverein seinen 125. Geburtstag mit verschiedenen Veranstaltungen. Schlusspunkt war im November ein gut besuchtes Referat von Franz Müntefering, ehemaliger Vizekanzler und SPD-Vorsitzender, zum Thema „Welche Rolle spielen Parteien für die Demokratie?“. Im Dezember beschloss die SPD Balingen das Jahr mit einem eigenen Stand auf dem Balinger Christkindlesmarkt. Der für diese Aktion verantwortliche Jochen Herth zog eine positive Bilanz: „Bei SPD-Waffeln und Glühwein oder Punsch haben wir viele gute Gespräche geführt und der SPD Balingen ein Gesicht gegeben“.

Traditionsgemäß starteten die Balinger Genossen mit ihrem Neujahrestreffen an Heilige Drei Könige im Zollernschloss in das neue Jahr. Bei Kaffee und Kuchen saßen die Genossinnen und Genossen zusammen und lauschten interessiert den Ausführungen von Helga Zimmermann-Fütterer, die mit einigen Fotos an die vergangenen Jahrzehnte des Ortsvereins erinnerte. Zudem wurde Karl-Heinz Jetter aus Heselwangen für 50 Jahre SPD-Mitgliedschaft geehrt. Der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Martin Haller und der SPD-Ortvereinsvorsitzende Alexander Maute überreichten dem ehemalige Stadt- und Kreisrat eine Ehrenurkunde und die Goldene Parteinadel auch für seine außerordentlichen kommunalpolitischen Verdienste. Abgerundet wurde der Nachmittag mit selbstgedichteten Versen von Heimatdichter Hans Rinn.

Geprägt war die Arbeit des Ortsvereins vor allem durch die Landtagswahl. Im Juli 2015 hatten die Genossinnen und Genossen Angela Godawa zu ihrer Landtagskandidatin gekürt. Ab diesem Zeitpunkt wurde mit viel Engagement und Fleiß für die Themen der SPD und die Kandidatin gekämpft. Mit Marktständen, Veranstaltungen, Plakaten und Flyern wurde in Balingen um die Wählerstimmen geworben. Dass das Ergebnis am 13. März so schlecht ausgefallen war, sei ein harter Schlag für den Ortsverein gewesen. Aber auch Ansporn jetzt erst recht weiter zu machen und über die Standpunkte der SPD zu informieren. Deshalb habe man auf Kreisebene die Projektgruppe „Soziale Gerechtigkeit“ ins Leben gerufen, als des landesweiten Erneuerungsprozesses der Partei. „Wir müssen intensiv die Fragen der sozialen Gerechtigkeit aufgreifen und nachhaltig beantworten“, lautet im SPD-Kreisverband Zollernalb das Fazit des Ergebnisses der Landtagswahl. Unter der Federführung des ehemaligen SPD-Kreisvorsitzenden Klaus Fütterer, kommt die Partei damit einem zentralen Wunsch der eigenen Mitglieder nach. Das Besondere daran: es können auch Interessierte außerhalb der SPD zur Projektgruppe kommen und sich einbringen. Jeder Bürger und jede Bürgerin soll die Möglichkeit haben, aktiv mitzugestalten.

Die Veranstaltung zur Nutzung des Strasser-Geländes im Juli, bei der Baudezernent Michael Wagner die Pläne der Stadt vorstellte, war sehr gut besucht. Viele Balinger und Balingerinnen nutzten die Möglichkeit den Plan der Stadt, ihre Kritik und ihre Ideen direkt mit dem Verantwortlichen zu diskutieren. Am 28. September besuchte Leni Breymaier Balingen. Trotz der damaligen Personaldiskussionen innerhalb der Landes-SPD hinterließ die zu diesem Zeitpunkt designierte SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier bei ihrem Besuch in Balingen einen guten Eindruck bei den Genossinnen und Genossen und konnte von sich und ihren politischen Vorstellungen überzeugen.

„Die SPD in Balingen ist eine feste politische Größe, jedoch nicht nur wegen der Arbeit des Ortsvereins alleine", so Maute. Auch die Bemühung der Balinger SPD-Kreisrätinnen, der SPD-Gemeinderatsfraktion und aller Genossinnen und Genossen, die in den Ortschafträten tätig sind, gelte der Dank der Partei. Eine gute und enge Zusammenarbeit attestierte Maute auch den Jusos in Balingen, die als eigenständige Jugendorganisation der Partei durch ihr Wirken vor Ort auch die SPD im Ortsverein unterstützen würden. Nach einer kurzen Aussprache und dem Kassenbericht von Christel Prinzen-Benz wurden sowohl der Vorstand als auch die Kassiererin auf Antrag von Kurt Haigis jeweils einstimmig entlastet. Im weiteren Verlauf sprach für die Gemeinderatsfraktion der SPD Ulrich Teufel in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender. Die SPD-Fraktion habe sich für mehr Transparenz in den vorberatenden kommunalen Gremien eingesetzt und sei neben der alltäglichen Gremienarbeit vor allem auch beim Thema Strasser-Gelände aktiv gewesen. Im kommenden Jahr seien in der Gemeinderatsfraktion vor allem die geplante Gartenschau, die damit einhergehende Stadtentwicklung und das Thema bezahlbarer Wohnraum zu bearbeiten. Helga Zimmermann-Fütterer berichtete für die SPD-Kreistagsfraktion. Auch künftig würden die Themen Bildung, Krankenhaus, Verkehrsinfrastruktur und die Realisierung der Regionalstadtbahn wichtige Themen bleiben.

Zum neuen Vorstand im SPD Ortsverein Balingen wurden daraufhin gewählt: Jochen Herth (Vorsitzender), Nils Horst (stellvetretender Vorsitzender), Christel Prinzen-Benz (Kassiererin), Angela Godawa (Schriftführerin), Martina Jenter-Zimmermann, Daniela Maurer, Peter Single und Horst Wenzel (alle Beisitzer).

Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung bedankte sich der neue Vorsitzende Jochen Herth beim bisherigen Ortsvereinsvorstand für die gute Arbeit und überreichte den scheidenden Vorstandsmitgliedern Alexander Maute, Bernd Majer, Sanel Dacic und René Eisoldt ein kleines Präsent. An den neuen Vorstand und die Mitglieder gerichtet sagte er: „Die Menschen scheinen sich immer weniger füreinander zu interessieren. Dem möchte ich gemeinsam mit euch entgegentreten. Lasst uns auf kommunaler Ebene arbeiten und dort gestalten, wo wir es unmittelbar können. Ich freue mich auf die Arbeit im neuen Vorstand!“, sagte Herth zum Abschluss und verabschiedete die Genossinnen und Genossen.