Regionaler Teil bis zum 16.Juni in der Zehntscheuer zu sehenSPD-Ausstellung geht in die Verlängerung

Die Besucherzahlen verdeutlichen es Tag für Tag: die Ausstellung „150 Jahre deutsche Sozialdemokratie: Für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“, die seit dem 17. Mai in der Zehntscheuer Balingen zu sehen ist, erfreut sich großer Beliebtheit und stößt auf reges Interesse. „Wir sind von diesem Zuspruch mehr als überwältigt“, so Alexander Maute, der SPD-Kreisvorsitzende, der diese Ausstellung in den Zollernalbkreis holte. War ursprünglich geplant, die Ausstellung nach zwei Wochen einzustellen, so hat man sich nun darauf verständigt, sie bis zum 16. Juni zu verlängern.

Am Anfang stand eine Idee: anlässlich des 150jährigen Parteijubiläums der Bundes-SPD, beschloss der Kreisverband Zollernalb eine Wanderausstellung aus dem Willy-Brandt-Haus in Berlin zu ordern, welche die Parteigeschichte der SPD darstellt. Diese Ausstellung wurde von den Genossinnen und Genossen im Kreis um einen regionalen Teil ergänzt; dieser beleuchtet die Geschichte der Partei vor Ort – genauer die Geschichte der beiden größten SPD-Ortsvereine Balingen und Albstadt und zwar von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik, dem Nationalsozialistischen Deutschland bis in die Gegenwart hinein.

„Natürlich waren wir uns bei der Konzeption nicht ganz sicher, wie die Bevölkerung auf eine Ausstellung reagiert, bei der es auch um die Parteigeschichte der SPD geht“, erinnert sich Maute. Doch schon die Ausstellungseröffnung gab einen Vorgeschmack darauf, was seit dem 17. Mai ununterbrochen festzustellen ist: „Die Bevölkerung interessiert sich für unsere Geschichte und nimmt diese Ausstellung in einem Maße an, das für uns nicht vorstellbar war“. Vielleicht liegt es daran, dass die Ausstellung bewusst die aktuelle Tagespolitik ausklammert und gezielt die anstehenden Bundestagswahlen im Herbst in keiner Form in einen Zusammenhang bringt. „Uns geht es nicht darum, eine Werbeveranstaltung für die SPD durchzuführen“, so Maute. Vielmehr gehe es darum, ein Stück Kulturgeschichte darzustellen und aufzuzeigen wie es tatsächlich gewesen ist „etwa nach der Machtergreifung Hitlers im Frühjahr 1933 und den Konsequenzen, die sich für unsere Parteimitglieder auch in Balingen und Albstadt ergeben haben“, so der SPD-Politiker.

80 Jahre danach sei es an der Zeit, all dies aufzuarbeiten und nachfolgenden Generationen vorzustellen. Nicht die Partei stehe hierbei im Mittelpunkt, sondern Personen und Geschehnisse. „Das ist ehrlich und authentisch, weil es unsere eigene Geschichte als Stadt und Region ungeschminkt darstellt“, so der SPD-Kreisvorsitzende. Vielleicht sei dies das Geheimnis der Ausstellung, so mutmaßt Maute: „Die Menschen erkennen, worum es uns bei dieser Ausstellung geht“.

Während die Wanderausstellung aus Berlin wie geplant am 31. Mai beendet wird, läuft der regionale Ausstellungsteil unverändert weiter. „Wir werden nun auf die Schulen zugehen und diesen anbieten, mit ihren Schülern unsere Ausstellung zu besuchen“, so Maute. Für dieses Vorhaben war auch Hans Schimpf-Reinhardt, Leiter des Stadtarchivs in Balingen zu gewinnen, der interessierte Schulklassen bei einem angemeldeten Besuch in der Zehntscheuer gerne Willkommen heißt. Gerade in Zeiten, da rechtsradikales Gedankengut einmal mehr verstärkt in unserer Gesellschaft Platz zu finden sucht, sei es nach Mautes Ansicht wichtig, jungen Menschen die Augen zu öffnen und sie zu informieren. „Unsere Ausstellung tut das“, so der SPD-Kreisvorsitzende. Aber auch für die Öffentlichkeit wird die Ausstellung bis zum 16. Juni weiterhin zugänglich sein – zu den bekannten Öffnungszeiten und bei kostenlosem Eintritt.