Schienenpersonenverkehrsexperten standen in Balingen Rede und Antwort„Volldampf für die Zollernbahn“

„Volldampf für die Zollernbahn“ hieß es beim Auftakt einer Veranstaltungsreihe von SPD Zollernalb und Hans-Martin Haller MdL zu verkehrspolitischen Themen: In Kooperation mit dem SPD-Ortsverein Balingen hatte der SPD-Landtagsabgeordnete im Alten Landratsamt die Devise „Aus den Erfahrungen anderer lernen“ ausgegeben und zwei hochkarätige Nahverkehrsexperten in die Kreisstadt geholt: den Geschäftsführer des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart, Horst Stammler, und den ehemaligen Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe und der Albtal-Verkehrsgesellschaft, Dr. Dieter Ludwig.

„Untrennbar mit dem Namen Dr. Ludwigs verbunden“, so Hans-Martin Haller, sei der Ausbau des längst als Modell geltenden größten Stadtbahnnetzes Deutschlands und der Einsatz sogenannter „Zweisystemwagen“, die sowohl im Netz der Straßenbahn als auch im Eisenbahnnetz verkehren könnten. Die Erfahrungen Ludwigs und seines langjährigen Mitarbeiters Stammler v. a. bei der Modernisierung des vorhandenen Schienennetzes der Deutschen Bahn im Großraum Karlsruhe, so der SPD-Landtagsabgeordnete, seien lehrreich für die Bemühungen um Elektrifizierung und Ausbau der Zollernbahn: „So erfreulich es ist, dass viele der Ertüchtigung der Zollerbahn das Wort reden; was fehlt sind konkrete Fortschritte“, so Haller, der sich von seinen Gästen insbesondere konkrete „Fingerzeige“ zum Part der kommunalen Ebene versprach. Dr. Ludwig nahm den Ball des Gastgebers auf: „Man muss die Bahn zu den Menschen bringen“, schilderte Ludwig nicht nur die Entwicklungsgeschichte des Karlsruher Modells, sondern übertrug die dabei gewonnenen wesentlichen Erfahrungen auf das Projekt „Zollernbahn“: Süffisant seine Mahnung, es brauche „langen Atem“ – „Sie dürfen nicht vergessen, dass Sie’s mit der Deutschen Bahn zu tun haben“. Eindringlich sein und Stammlers Hinweis, dass die Karlsruher Erfolge zwar zum Großteil auf der Förderung im Rahmen des einstigen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes aufbauten – „ohne Geld aus kommunalen Kassen – aus der Kasse von Gemeinden, Kreisen und Region – wäre aber das Karlsruher Modell nicht zu machen gewesen. Ohne kommunale Beteiligung wird es auch bei der Zollernbahn nicht gehen.“

Die Veranstaltungsteilnehmer, darunter auch Landrat Günther-Martin Pauli, der der Einladung seines Landtagskollegen Haller gefolgt war, zeigten sich ermutigt von den begeisternden Ausführungen der Experten: Engagiert diskutiert wurde die Frage, inwiefern gleichrangig zur Elektrifizierung und zum Ausbau der Zollernbahn deren „Äste“ – etwa die Reaktivierung der Talgangbahn – auf die Agenda zu setzen seien.